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Geschichtliches über die Ortschaft Neuenwalde

Geschichtliches Neuenwalde mit 1800 Einwohnern liegt inmitten des Elbe-Weser-Dreiecks an den Landesstraßen 118/119. Unweit des Ortes führt die Bundesautobahn, die A 27, Abfahrt Nu. 4 vorbei. Von der geographischen Lage her gesehen, kann man sagen, dass Neuenwalde zwischen den Städten Bremerhaven und Cuxhaven liegt, nach beiden Seiten jeweils im 25 km-Bereich. Die Ausläufer der "Hohen Lieth", einem Höhenzug aus der Vorzeit, begrenzen den westlichen Teil der Gemarkung und im weiteren findet man die fast ebenflächige Landschaft der Geest mit den Wäldern des Klosters, das Ahlenmoor und das Hohe Moor. Einzig der Tiebusch, eine Anhöhe von 21,5 m über dem Meeresspiegel, gestattet den weiten Blick in das Hadeler Land. In einiger Entfernung glitzert das Wasser des "Dahlemer Sees", gespeist von den Zuflüssen aus Randkanal, den Auen und Bächen, dem weiteren Einzugsgebiet aus Krempel, Hymendorf und Wanna. Die reizvolle Landschaft des Dahlemer Sees mit seltener Flora und Fauna begeistert jeden Naturfreund. Ein Spaziergang auf dem Deich vom Schöpfwerk zur Mündung des Randkanals wird zu einem echten naturverbundenen Erlebnis. "Wanderer, kommst Du nach Neuenwalde, so begegnest Du freundlichen Menschen in einer ausgewogen schönen Natur." Menschen, die die Eigenart ihrer niederdeutschen Mundart erhalten haben, de "Plattsnacken dot", die das dörfliche Leben mit seinen Sitten und Gebräuchen in gutem Miteinander zu genießen wissen, aber auch allem Neuen zugetan sind. Prof. Dr. Linde schreibt 1924 in seinem Buch "Die Niederelbe": Jenseits des Landes Hadeln (Kreis Cuxhaven) liegt Neuenwalde mit altem Kloster, das malerischste Dorf der ganzen Gegend rundum. Noch vor einem Jahrzehnt sah man überall strohgedeckte Häuser, uralte Rauchhäuser mit mächtigen Dungstätten zwischen hohen Eichen. Auch damals bot es entzückende Bilder fast unberührten Dorflebens inmitten endloser Moor- und Heideflächen. Das waren die Verhältnisse vor etwa 80 Jahren, kurz nach dem 1. Weltkrieg. Mit dem Namen "Nigenwolde" wurde unser Ort Neuenwalde durch die Verlegung des Klosters "Sancta Cruzis" gegründet. Im Jahre des Herrn, 1334, in der Nachtwache des seligen Apostels Andrei, also am 29. November 1334, so heißt es in der Verlegung der Verlegungsurkunde des Erzbischofs von Bremen, Burchard von Gottes Gnaden. Aus dieser Zeit stammen Kelch und Patene der Klosterkirche, die samt der Gründungsurkunde im Schwedenspeicher der Stader Altstadt zu besichtigen sind. Mit dem Bau einer Wassermühle am Fuße des Flusses "Westerwedel" (der westlichen Furt) durch Probst Nicolaus fing das dörfliche und klösterliche Leben an. Der Stader Generalsuperintendent Joh. H. Pratje mit seinen Aufzeichnungen von 1758 über das adelige Jungfrauenkloster Neuenwalde, das Urkundenbuch vom Neuenwalder Pastor Heinrich Rüther aus dem Jahre 1905, die umfangreichen Veröffentlichungen von Rektor Karl Gebhardt und Frau Gerda Kistner mit der präzisen Erforschung unserer Flurnamen, alle diese mit großem Einsatz verfassten Beiträge zeugen über die Jahrhunderte von einer wechselvollen Geschichte unseres Dorfes. Joh. H. Pratje sagte in einer früheren Klosterbeschreibung: Neuenwalde ist ein Ort, welcher außer dem Kloster, Amts-, Pfarr- und Küsterhaus sowie der Mühle 53 Feuerstellen hat. Dazu kommt Neumühlen, ein Hof zwischen Neuenwalde und Krempel. Die ältesten Gebäude befinden sich zweifellos im Bereich des Klosters einschließlich der Kirche mit dem Altar von 1690. Über dem Westeingang des Klosters ist die Jahreszahl 1636 verankert, der Anbau nach Osten ist von 1719. Bei Erstellung der Geschichte des Neuenwalder Klosters traf man durch die Jahrhunderte auf eine Reihe von abgabepflichtigen Dörfern, die in der Gegenwart verschollen, und deren Namen schon vergessen sind. Bekannt sind die Dörfer Hustedt, Peter Hüsen. Es werden dann noch genannt: Esigstedt und Wenckebüttel. Mit der Jahreszahl 1367 ist Dalem zuletzt genannt. Zum früheren Klosterbereich gehörten im Anfang die Heidedörfer Arensch, Berensch, Holte, Oxstedt, Gudendorf und Wanhöden, sowie das Vorwerk Kransburg. Copyright Robert Wöbber Alle Rechte vorbehalten!